Update 30. April 2013 / Tag des Wolfes

Rotkäppchen lügt! – Die Wahrheit über den Wolf –

 

Der NABU macht den 30. April zum „Tag des Wolfes“ und räumt mit hartnäckigen Vorurteilen auf!

Unter dem Motto „Rotkäppchen lügt!“ gibt es zahlreiche Aktionen, um das Bewusstsein für den Schutz der Tiere zu stärken.

Der Wolf kehrt in seine alte Heimat zurück! Nachdem er 150 Jahre ausgerottet war, besiedelt er seit 13 Jahren wieder selbständig weite Teile Deutschlands. Neben der Freude über die Rückkehr des Wolfes gibt es mancherorts noch Skepsis und Verunsicherung – Grund genug für den NABU, den „Tag des Wolfes“ auszurufen und mit den Märchen über den „bösen Wolf“ aufzuräumen.

Märchen 1: Wölfe fressen Kinder und Großmütter

Wie Fuchs oder Wildschwein muss der Mensch auch den Wolf als Wildtier respektieren. Dabei geht von Wölfen deutlich weniger Gefahr aus als beispielsweise von Wildschweinen. Auch nach zehn Jahren Wiederbesiedelung gibt es keine Wolfsangriffe in unseren Wolfsregionen. Dagegen sind jedes Jahr rund 20 Tote durch Wild, vor allem durch Wildschweine, zu beklagen.

Märchen 2: Wölfe brauchen Wildnis

Nach einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz gibt es in beinahe jedem Bundesland wolfsgeeignete Regionen. Wegen ihrer großen Wanderfreudigkeit sind Wölfe in der Lage, weite Strecken zurückzulegen. Jederzeit kann sich in jedem Flächenbundesland ein neues Wolfsrudel etablieren. In den Wolfsgebieten zwischen Nordsee und Neiße bilden die 19 Wolfsfamilien einen ersten wichtigen Anteil am langfristig abgesicherten Überleben des Wolfes in Mitteleuropa. Wölfe brauchen keine Wildnis. Sie überleben überall dort, wo sie genügend Beutetiere und ein Rückzugsgebiet für die Aufzucht ihrer Welpen finden.

Märchen 3: Wölfe fressen Schafe und kleine Zicklein

Der Speiseplan des Wolfes enthält vor allem Wildtiere. Nutztiere machen einen verschwindend geringen Anteil an der Nahrung des Wolfes aus, dies konnten aktuelle Studien des Senckenberg-Institutes belegen. Natürlich müssen Nutztiere in den Wolfsregionen geschützt werden, denn Wölfe unterscheiden nicht zwischen Haus- und Wildtieren. Dabei hat sich insbesondere die Kombination aus Herdenschutzzäunen und Herdenschutzhunden bewährt. Neue Methoden werden ständig erprobt und verbessert. Beispielsweise haben sich Zäune, bei denen jeder zweite Pfosten höher ist als die anderen, als besonders effektiv herausgestellt. Sind außerdem Flatterbänder am Zaun befestigt, ist die Chance, dass sich der Wolf darüber traut, sehr gering. Auch Herdenschutzhunde sind effektiv. Sie wachsen von kleinauf mit der Herde auf, fühlen sich als Teil von ihr und beschützen die Tiere.

Vorurteile werden Wölfen zum Verhängnis

In Sachsen, Deutschlands Wolfsland Nummer Eins, werden in letzter Zeit Stimmen laut, die den Abschuss der Wölfe fordern. Grund ist die Angst, der Wolf könne Wild- und Nutztierbestände drastisch reduzieren oder sogar gefährlich für den Menschen werden. Alle diese Ängste können durch das Wolfsmonitoring der vergangenen Jahre eindeutig widerlegt werden. Keine Schäferei musste wegen der Wolfe aufgegeben werden, es gibt keinen Fall, in dem sich ein Wolf einem Menschen aggressiv genähert hat. Das Wolfs-Management Sachsens hat sich bewährt.

Der NABU bittet die Vorsitzenden der im sächsischen Landtag vertretenen Fraktionen deshalb, den Forderungen nach einer jagdlichen Regulierung der Wolfsbestände nicht nachzugeben und die bisher vorbildliche Arbeit für den Wolfsschutz fortzuführen. Mit dem Erhalt des Wolfes hat Sachsen ein Geschenk gemacht: nicht nur für die eigenen Bürger, sondern für ganz Deutschland.

Quelle: NABU, mit weiteren interessanten Themen zum Wolf





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