Update: 04. Januar 2018 – Darmparasitenbefall beim Hund: Mitesser im Verdauungssystem


 

Darmparasitenbefall beim Hund: Mitesser im Verdauungssystem

 

Wenn sich im Hundedarm Würmer eingenistet haben, ist das im Normalfall ein Fall für das starke Immunsystem des Hundes, denn die körpereigene Abwehr ist einem solchen Angriff in der Regel gewachsen. Neue Erkenntnisse besagen sogar, dass ein leichter Wurmbefall, den der Organismus erfolgreich bekämpfte, sogar dazu beiträgt, dass er quasi „geimpft“ ist und beim nächsten drohenden Wurmbefall noch schneller und intensiver dagegen angeht.

Trotzdem greift man als verantwortungsbewusster Hundehalter gleich zu chemischen Entwurmungsmitteln und sorgt damit für einen sauberen Darm … eventuell ist der sogar nach einer Wurmkur so sauber, dass auch die Bakterien und Keime, welche die Darmflora bilden, mit den Würmern starben. Schließlich unterscheiden die Wirkstoffe in den allopathischen Wurmkuren nicht, was im Darm leben darf, weil es der Gesundheit dient und was sterben soll, weil es ein Parasit ist – sie greifen alles Lebende im Verdauungstrakt an und sorgen dafür, dass es verschwindet … Nebenwirkungen inbegriffen!

 

Giftige Kuren


Eigentlich assoziiert man mit einer Kur etwas Gutes, denn eine Kur wirkt heilend. Ein Blick auf die Wirkstoffe und die Nebenwirkungen von Wurmkuren lässt jedoch Zweifel aufkommen, ob man den Hund damit nicht eher krank macht.

Die handelsüblichen Wurmkuren für Hunde enthalten Wirkstoffe wie beispielsweise:

  • Praziquantel: Das Anthelminthikum wirkt gegen Plattwürmer (Plathelminthes) wie Bandwürmer (Cestoda) und Saugwürmer (Trematoda) einschließlich der Pärchenegel (Schistosoma). Der Wirkstoff verursacht Öffnungen in den Kalziumkanälen der kontraktilen Außenhautzellen des Wurmes, was zu spastischen Muskellähmungen beim Wurm führt – der Wurm wird bewegungsunfähig, stirbt unter Umständen auch, weil seine Hauthülle und sein Stoffwechsel zerstört werden und wird mit dem Kot aus dem Darm ausgeschieden.

Praziquantel ist in Droncit® und Drontal+® sowie in Milbemax enthalten.

Die Einnahme kann verbunden sein mit: Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Benommenheit, Myalgien (Muskelschmerz), Nesselsucht (Quaddelbildung wie nach dem Kontakt mit Brennnesseln), Durchfällen, Herzrhythmusstörungen, Medikamentenschock verbunden mit Koma, denn die Substanz wirkt auch auf die Kalziumkanäle beim Hund.

  • Fendendazol gehört zur Gruppe der Benzimidazole und die wirken teratogen (fruchtschädigend) und embryotoxisch (giftig für die Welpen im Mutterleib).

Das Fenbendazol-Molekül bindet sich an das Tubulin (Bestandteil der Mikrotubuli), was zu irreversibler Beschädigung des Zytoskeletts führt und überdies zur Störung, respektive zum Ausfall sämtlicher lebenswichtigen zellulären Vorgänge im Wurm – der wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und stirbt.

Fenbendazol ist als Monopräparat in Panacur enthalten, als Kombinationspräparat mit Praziquantel ist es in Caniquantel oder Vermis-Ex enthalten.

Entwurmmittel mit dem Inhaltsstoff Fenbendazol dürfen nicht bei trächtigen Hündinnen angewendet werden und es wurde auch eine Unfruchtbarkeit bei Rüden beobachtet – wie lange diese Wirkung anhält, scheint jedoch unklar zu sein. (Quelle: Hans-Hasso Frey, Wolfgang Löscher (Hrsg.): Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie für die Veterinärmedizin, 2.Auflage, S. 420 ff)

  • Avermectine beschreibt die Gruppe der Neurotoxine (Nervengifte) mit den Wirkstoffen Abamectin, Ivermectin, Doramectin, Eprinomectin, Milbemycinoxim und Selamectin. Sie gelten als besonders umweltgiftig, besonders für Fische und Insekten und sind überdies in der Umwelt lange haltbar – auch viele Wochen lang. Darum ist ihre Anwendung in Wasserschutzgebieten untersagt.

Inzwischen ist auch bekannt, dass es Hunde mit MDR1-Defekt gibt, die auf den Wirkstoff mit einer Unverträglichkeit reagieren, der zum Tod des Hundes führen kann. Die Symptome sind eine plötzliche Apathie, verbunden mit einer auftretenden schlaffen Lähmung des Hundes und schlussendlich fallen die Hunde ins Koma. Besonders betroffen scheinen alle Collie-Rassen, aber auch Windhunde und weiße Schäferhunde zu sein. Aktuell gibt es gegen eine solche Vergiftung mit Avermectinen kein Gegenmittel und so steht die Überlebenschance für einen, auf diese Wirkstoffe sensiblen und damit vergifteten Hund auch bei sofortiger Behandlung nur bei 50 %.

Diese Nervengifte entfalten ihren toxischen Effekt durch die Bindung an die Glutamat-aktivierten Chloridkanäle. In der Folge erhöht sich die Membrandurchlässigkeit bei Myozyten und Neuronen für Chlorid-Ionen sehr stark. Überdies erhöhen Avermectine die Ausschüttung des hemmenden Neurotransmitters GABA – es erfolgt eine Blockade der Reizweiterleitung an den Synapsen, sowie eine insgesamt deutlich verstärkte Lähmung des gesamten Nervensystems und schließlich sterben die Würmer an den neurotoxischen Effekten.

Avermectine sind beispielsweise in Stronghold ad us.vet.enthalten.

  • Pyrantel gehört zur Gruppe der Tetrahydropyrimidine und wirkt gegen Madenwürmer (Oxyuriasis), Spulwürmer (Ascariasis), Hakenwürmer (Ancylostoma duodenale), Fadenwürmer (Trichostrongylus colubriformis) und den Amerikanischen Hakenwurm (Necator americanus).

Der Wirkeffekt beruht auf einer neuromukulären Blockade – die muskelversorgenden Nerven der Würmer werden gelähmt und sie werden durch die Immobilisierung (Bewegungseinschränkung) über den Kot ausgeschieden.

Pyrantel wird zu einem geringen Prozentsatz in den Blutkreislauf resorbiert, wobei die Spitzenkonzentration im Blutplasma nach 1–3 Stunden eintritt. Die Giftstoffe werden zum Großteil über den Kot, aber teilweise auch über die Niere und den Urin ausgeschieden, was zu einer erhöhten Belastung der Entgiftungsorgane führt.

Zu den Nebenwirkungen gehört eine vorübergehende Erhöhung der Transaminasen, die als Symptom in der Diagnostik mit dem Vorliegen einer Lebererkrankung einhergeht. Überdies kann es zu krampfhaften Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall beim Hund kommen.

Das Wurmmittel ist zur Anwendung bei Welpen zugelassen und beispielsweise in Banminth® enthalten.

 

Wurmkuren – 4 x im Jahr Gift im Hund?


 

Durchweg alle allopathischen Wurmkuren für Hunde enthalten toxische Wirkstoffe, denn die Darmparasiten würden ohne diese Gifte nicht sterben. Ihr Tod ist zwar zunächst ein Erfolg, aber bedenkt man, dass die verendeten Würmer nicht sofort ausgeschieden werden, sondern noch einige Tage im Darm „liegen bleiben“ und dort verwesen können. Dass hierbei wieder Gifte entstehen bedeutet vor allem, dass die Entgiftungsorgane erneut belastet werden.

Trotzdem empfiehlt der European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP) – die europäische Vereinigung der Fachleute für Parasiten bei Hund und Katze – ein Entwurmungsschema, nach dem erwachsene Hunde viermal im Jahr und Welpen alle zwei Wochen nach der Geburt bis zwei Wochen nach dem Absetzen chemisch entwurmt werden sollen.

Hierfür wird bei Welpen zu Mitteln gegen Nematoden (insbesondere gegen Spulwürmer) wie FlubendazolFenbendazol oder Milbemycinoxim geraten, während bei älteren Hunden eine prophylaktische Behandlung gegen Bandwürmer (z. B. mit Praziquantel) empfohlen wird.

Ist es tatsächlich sinnvoll, einen Hund vorbeugend, ohne dass eine Diagnose auf Darmparasiten vom Tierarzt bestätigt werden konnte, zu entwurmen? Was will man damit erreichen? Dass die Würmer nicht in einen Verdauungstrakt einziehen, in dem vor kurzem ein Wurmmittel angewandt wurde?

Fakt ist, dass eher das Gegenteil erreicht wird, denn einem nahezu keimfreien Darm fehlt die Darmflora, die auch für das intakte Immunsystem zuständig ist, denn im Darm sitzt das Zentrum der Gesundheit! Zerstört man das mit einer Wurmkur, reduziert sich die körpereigene Abwehr und die Würmer haben es noch leichter, sich in diesem Darm einzunisten, in dem ja niemand gegen sie ankämpft!

Insofern wäre es sicher besser, da anzusetzen, wo sich ein gesunder Hundeorganismus selbst gegen unerwünschte Mitesser im Magen-Darmtrakt zur Wehr setzt: Bei der Stärkung des Immunsystems und der Darmflora!

Natürlich ist es sinnvoll, Kotproben von mehreren Tagen einzusammeln, wenn ein Hund von Flöhen befallen war, denn die können Bandwürmer übertragen und eine Kontrolle des Kots durch den Tierarzt zeigt, ob der Hund verwurmt ist oder nicht – so wird dann auch nur bei Bedarf entwurmt. Diese Vorgehensweise bringt einen weiteren Vorteil: Würmer bilden Resistenzen gegen Wirkstoffe, wenn sie regelmäßig damit „gefüttert“ werden – wer nur bei nachgewiesener Verwurmung zur Paste oder Tablette, respektive zum Tröpfchen in den Hundenacken greift, erreicht damit, dass die Würmer empfindlich für den Wirkstoff bleiben.

 

Endoparasiten – die unsichtbaren Gäste im Hund


 

Endoparasiten sind innere Parasiten (Würmer, Protozonen) beim Hund. Hierzu gehören:

  • Bandwurm
  • Spulwurm
  • Fadenwurm
  • Hakenwurm
  • Madenwurm
  • Herzwurm
  • Herzwurm-Microfilarie
  • Rundwurm
  • Leishmanien-Protozonen
  • Giardia-Trophozoit

Endoparasiten sieht man meist nicht. Im Gegensatz zu Ektoparasiten wie Milben und Flöhen, die für das menschliche Auge sichtbar sind, leben Würmer und Einzeller im Hund und meist erkennt man sie erst an den Auswirkungen, wie Durchfall oder struppigem, glanzlosem Fell. Allerdings kann man auch im Kot oder am After des Hundes Wurmstücke finden. Gerade Bandwürmer, die mehrere Meter lang sein können, stoßen Glieder ab und die findet man dann in den Hundehäufchen.

Die beste Kontrolle ermöglichst aber das Mikroskop: Unter ihm kann der Tierarzt auch Einzeller und Wurmeier, respektive Wurmlarven in dem von mehreren Tagen gesammelten Kot erkennen.

Allerdings findet man Endoparasiten nicht nur im Darm des Hundes. Sie nisten sich oft auchin der Leber, im Herz, in der Niere und in der Lunge ein – man kann man nur über eine Blutuntersuchung nachweisen.

So findet man:

  • den Bandwurm im Dünndarm
  • den Herzwurm im Herz
  • den Herzwurm-Microfilarie im Blut
  • den Rundwurm im Dünndarm
  • die Leishmanien-Protozonen im Blut
  • die Giardia-Trophozoit im Dünndarm
  • den Hakenwurm im Dünndarm

Aber wie kommt der Wurm nun in den Hund?

Hier gibt es mehrere Wege – zu denen gehören:

  • durch Übertragung von der Hündin auf die Welpen (Rundwurm,Hakenwurm)
  • durch Stechmückenstiche (Herzwurm)
  • durch Sandmückenstiche (Leishmanien)
  • durch Erdwürmer, die der Hund frist (Lungenwurm)
  • durch Wasser an das die Zystenform des Parasiten/Oozysten enthält (Giardiose)

 

Wie verhindert man, dass Endoparasiten in den Hund geraten?

Die Vorsorge beginnt mit der Hygiene:

  • Kot stets einsammeln und unschädlich beseitigen (Plastiktüte, Mülltonne).
  • Meidung von Stellen, an denen viele Hunde Gassi gehen
  • Kontamination durch Kot oder Fliegen verhindern durch regelmäßige Reinigung der Näpfe mit kochendem Wasser. Futter und Wasser sollten kontrolliert werden – noch besser: Futter, das nicht gleich gefressen wird, in den Kühlschrank stellen. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden
  • Nur frisches Wasser zu trinken geben, da andere Wasserquellen durch andere Tiere infiziert sein können.
  • Hundedecken regelmäßig so heiß wie möglich waschen.
  • Spielzeug sorgfältig reinigen.

Ist ein Hund trotzdem mit Endoparasiten befallen gelten zum einen die gleichen Hygienemaßnahmen, wie bei der Vorsorge. Darüber hinaus sollte man jedoch,…

…um eine neue Ansteckung zu verhindern:

  • Feuchte Areale trocken legen und nach Möglichkeit die Ausläufe befestigen. Umso besser können diese gereinigt und desinfiziert werden.
  • Feste Böden mit einem Dampfstrahler (> 60°C) behandeln und desinfizieren.
  • Shampoonieren vor allem bei einem Befall mit Giardien der betroffenen Hunde nach der Behandlung, da die minimale infektiöse Dosis sehr gering ist und infektiöse Zysten am Haarkleid haften können.
  • Bei mehreren Hunden sollten auch die nicht befallenen Hunde den gleichen Hygienestatus erreichen

Beim Hund gehören die Giardien zusammen mit den Spulwürmern zu den häufigsten Darmparasiten. Vor allem Welpen und junge Hunde sind häufig von Endoparasiten betroffen.

 

Giardien

Wenn ein Hund harnäckigen Durchfall hat, sein Kot faulig riecht und schleimig oder gar blutig ist, er sich eventuell häufiger übergibt und abzumagern beginnt, sollte an Giardien gedacht werden.

Verursacht wird die Giardiose von den Protozoen des weltweit verbreiteten Genus Giardia. Vor allem junge und immunschwache Hunde nehmen diese einzelligen Dünndarmparasiten als infektionsfähige Entwicklungstadien aus der Umgebung oder dem Trinkwasserauf.

Allerdings wird zwischen zwei Arten der Giardiose unterschieden:

  • die aktive Form (Trophozoiten)
  • die ruhende Form (Zysten) – siewerden massenhaft im Kot ausgeschieden, sind sofort und in der Umwelt über Wochen bis Monate infektiös, denn Kälte und Feuchtigkeit schaffen für die Zysten optimale Bedingungen. Daher besteht eine sehr hohe Reinfektionsgefahr. Besonders Zwingerhunde sind oft davon betroffen, wenn ihre Umgebung nicht peinlich sauber gehalten wird. Die Ansteckung findet aber auch durch das Ablecken kotverschmutzter Haare, Schnüffeln an Hundehaufen und durch die Aufnahme von mit dem Gardia-Parasiten (in verkapselter Form-Oozysten)kontaminierten Futters oder Trinkwassers statt – so steckt der betroffene Hund nicht nur sich selbst, sondern auch andere Hunde an. Bei Hunden mit starken Abwehrkräften verläuft die Infektion meist sehr milde. Immunschwache Hunde, Welpen und Junghunde haben jedoch oft mit schweren Durchfällen zu kämpfen. Teilweise ist Schleim oder Fett im Durchfall-Kot. Erwachsene immunkompetente Hunde bilden meist eine Immunität gegen den Parasiten mit einem partiellen Schutz aus und erkranken daher selten.

 

Kokzidien

Hat sich ein Hund mit Kokzidien infiziert, hat er meist wässrigen Durchfall, der vor allem bei Welpen zur Dehydrierung und damit zu einem lebensgefährlichen Zustand führen kann. Es handelt sich dabei um Parasiten, die in der Darmschleimhaut anzutreffen sind. Die Befallsraten liegen in der Hundepopulation bei etwa drei bis zehn Prozent. Allerdings können die Befallsraten im ersten Lebensjahr und vor allem in den ersten Lebenswochen mit bis zu 90 Prozent deutlich höher liegen. Die Infektion muss jedoch nicht immer mit Durchfall einhergehen – der Erkrankungsgrad hängt vom Alter der Tiere, der Infektionsdosis und dem allgemeinen Gesundheitsstatus ab. Oft bleibt die Infektion zunächst unauffällig, denn Kokzidien sind anpassungsfähige Parasiten, welche beispielsweise Welpen erst bei Stress und Unsauberkeit krank machen.

Betroffen sind Welpen im von vier bis sechs Wochen, es wurden aber auch schon hohe Prävalenzen klinischer Kokzidiose bei Welpen im Alter von bis zu drei Monaten festgestellt.

Die Vorbeugung beginnt bereits damit, dass man dem Welpen nicht erlaubt, beispielsweise kleine Nagetiere zu fressen, denn die sind sehr häufig mit Kokzidien infiziert. Auch das Schnüffeln an Hundhäufchen sollte man nicht erlauben, denn er könnte mit Kokzidieneier versetzt sein.

Zum Problem wird bei einer KokzidioseErkrankung bei Welpen und Junghunden jedoch nicht nur der Durchfall, das Fieber, die Appetitlosigkeit, die Mattigkeit und die Austrocknung, sondern es können, wenn keine Behandlung erfolgt, auch Entwicklungs- und Wachstumsstörungen bei den erkrankten Hunden auftreten, wenn sie nur milde Symptome zeigen.

Zwar nehmen die Symptome mit zunehmendem Alter des Junghundes ab, aber die einzelligen Darmparasiten, die sich in der Schleimhaut im Dünndarm und Dickdarm festsetzen und sich vermehren, bleiben trotzdem aktiv und so scheidet der betroffene Hundnoch weiter Kokzidieneier mit dem Kot aus und kann andere Hunde anstecken.

Als Infektionsquelle rückt auch immer wieder rohes Fleisch in den Vordergrund, das mit den Erregern der Kokzidiose kontaminiert sein kann.

Eine besonders effiziente Vorbeugung ist neben der Hygiene auch das Vermeiden von Stress im Umgang mit den Welpen und die Unterstützung des Immunsystems der Hunde, denn Welpen mit starken Abwehrkräften sind weniger anfällig für Infektionen und den Befall mit Parasiten.

Vorbeugend hat sich die Gabe von Kokosöl gegen Darmparasiten bewährt. Welpen bekommen 1 ml Kokosöl pro kg Körpergewicht über 3 Tage verabreicht. Bei Junghunden kann man auch Kokosflocken verwenden: 1 TL pro 5 kg Körpergewicht, ebenfalls über drei Tage.

Ein wurmunfreundliches Milieu schaffen auch geriebene Karotten, gemahlene Kürbiskerne oder Propolis. Man kann diese natürlichen „Entwurmmittel“ auch problemlos zwischendurch über ein paar Tage ins Futter mischen oder in Joghurt einrühren und unterstützt damit den Hund in der Abwehr von Endoparasiten ganz natürlich und ohne giftige Substanzen.

Natürlich gibt es im Zusammenhang mit wurmtreibenden Pflanzen oder Kräutern, die ein wurmunfreundliches Milieu im Verdauungstrakt schaffen, aus dem der Wurm gleich wieder auszieht, auch unsere Kräutermischung 

 

„Wurm Up für Hunde“ zur Seite

 

Sie enthält:

  • Kürbiskerne
  • Karottenpulver
  • Erdrauch
  • Kokosflocken
  • Walnussblätter
  • Beifuss
  • Petersilie
  • Labkraut
  • Ulmenrinde
  • Zitwerwurzel (Weiße Curcuma)
  • Nelken
  • Bockshornkleesamen
  • Granatapfelkerne

 

Die Mischung enthält die essentiellsten wurmrelevanten Mittel, die sich in ihrer Wirkung ergänzen und überdies den Verdauungstrakt und das Immunsystem unterstützen.

Wir haben jedoch bei dieser Mischung bewusst auf die Verwendung von Knoblauch und Thymian verzichtet, auch wenn beide als Heilpflanzen in vielen Wurmmischungen enthalten sind und als sehr wirksam gelten. Aber unsere Kräutermischung soll das Wohlbefinden des Hundes steigern und mancher Hundekreislauf reagiert sehr sensibel auf Knoblauch und die Knolle wird auf mancher Liste als ungeeignet für Hunde geführt. Auch Thymian wird nicht immer gut vertragen – er kann bei empfindlichen Hunden Herzrhythmusstörungen verursachen.

Insofern war es unsere Bemühung, nur gesundheitlich unbedenkliche Kräuter und Pflanzenteile zu verwenden.

Dosierungsempfehlung:

  • 15 g am Tag große Hunde
  • 10 g am Tag mittelgroße Hunde
  •   5 g am Tag kleine Hunde

über drei Wochen

 

Im Zusammenhang mit Kräuterwurmkuren wird oft empfohlen bei besonders „empfindlichen“ und „peniblen“ Gourmets aus  dem Pulver, ein wenig Mehl und Honig eine Kräuter-Pille zu rollen.

Wir können diese Empfehlung nicht geben, denn Bitterkräuter wie beispielsweise der Beifuss werden in ihrer Wirkung durch die gleichzeitige Gabe von Honig eingeschränkt. Außerdem „ernährt“ man Würmer mit zuckerhaltigen Lebensmitteln und schafft damit ein wurmfreundliches Milieu im Verdauungstrakt.

Insofern ist es empfehlenswerter, das Pulver in Öl (Lachsöl, Leinsamenöl) einzurühren, um es dann unter das Futter zu mischen.

Wenn der Hund die Kräuterkur in dieser Form nicht annimmt, kann man sie zur Not in Naturjoghurt oder Frischkäse einrühren – zwar werden vielfach auch milchhaltige Lebensmittel als suboptimal im Zusammenhang mit einer Entwurmung beschrieben, aber ehe man Getreidestärke aus Mehl und Zucker aus Honig füttert (beides gilt als wurmfördernd), sind Milchprodukte die bessere Alternative.

Unsere Hunde bekommen die Krauterwurmkur Wurm Up für Hunde inzwischen als „Würze“ für den Joghurt, den sie als Mittagssnack erhalten und mögen sie sehr gerne – vor allem, wenn ich zusätzlich noch eine Karotte hineinrasple 😉

Ich wünsche Euch und natürlich vor allem Euren Hunden, dass sie allzeit von Parasiten verschont bleiben oder ihnen mit der Kräuterwurmkur Wurm Up für Hunde die rote Karte zeigen.

 

Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin / vom Team der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann Tiergewürze

 

 


 

 

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